Inhaltsverzeichnis
- Was ist das World Ayahuasca Forum und warum wird so viel darüber gesprochen?
- Wer steckt dahinter: ICEERS und das Instituto Yorenka Tasorentsi
- Von den Weltkonferenzen über Ayahuasca zum Forum 2026
- Herausragende Stimmen: ein beeindruckendes Programm
- Fünf Säle, fünf Arten, das Forum zu erleben
- Eintrittskarten, Termine und wie du dich organisierst
- Ayahuasca und Legalität: was man unbedingt klar haben sollte
- Und was hat das mit dir zu tun, Züchter oder Züchterin?
- Ein historischer Moment vor der Haustür
Kannst du dir ein Treffen vorstellen, bei dem spirituelle Führer aus dem Amazonas, Wissenschaftler ersten Ranges, Künstler und Neugierige aus der ganzen Welt sich hinsetzen, um fünf Tage lang über Pflanzen, Ethik, Territorium und Zukunft zu sprechen? Nun, du musst es dir nicht vorstellen: es wird in Girona, vom 11. bis 13. September 2026 stattfinden, mit vorangehenden Aktivitäten am 9. und 10. September.
Es heißt World Ayahuasca Forum (Weltforum der Ayahuasca) und die Organisatoren selbst definieren es als etwas, das keine Konferenz im üblichen Sinne ist. Heute erzählen wir dir, was es genau ist, wer dort sein wird und warum, wenn du dich für die Welt der Pflanzen und die psychoaktive Kultur begeisterst, diese Veranstaltung einen Platz in deinem Kalender verdient. Begleitest du uns?

Was ist das World Ayahuasca Forum und warum wird so viel darüber gesprochen?
Das Weltforum der Ayahuasca entsteht als Antwort auf einen sehr konkreten Aufruf: den der indigenen spirituellen Führer, die einen tiefgreifenden interkulturellen Dialog zwischen den überlieferten und den westlichen Wissenssystemen fordern. Es ist keine kommerzielle Veranstaltung und keine gewöhnliche Messe, sondern ein Raum des Zuhörens, Lernens und gemeinsamen Aufbaus.
Was ist DMT oder Dimethyltryptamin?
DMT (Dimethyltryptamin) ist eine starke psychoaktive Substanz, die bekanntermaßen intensive halluzinatorische Erfahrungen hervorruft. Es kommt sowohl in Pflanzen als auch in Tieren vor und wird in schamanischen Praktiken verwendet, insbesondere in Südamerika, wo es ein wichtiger Bestandteil von Ayahuasca ist. In den letzten Jahren wurde sein Einsatz aufgrund seines therapeutischen Potenzials zur Behandlung verschiedener Erkrankungen Gegenstand von Forschungen. Heute laden wir Sie ein, mehr über diesen interessanten Stoff zu erfahren.
Die Grundidee ist ebenso einfach wie kraftvoll: in einem Kontext globaler Krisen bedeutet der Schutz des überlieferten Wissens auch den Schutz von Kulturen, Territorien und Ökosystemen. Und das ist für diejenigen von uns, die Pflanzen lieben, kein nebensächliches Detail, sondern das Herzstück der Sache.
An fünf Tagen werden Themen wie Ethik, Sicherheit und Integration behandelt, verwoben mit Musik, Tanz, bildenden Künsten und lebendigen Traditionen. Der Vorteil für dich liegt auf der Hand: anstelle eines Zyklus nüchterner Vorträge begegnest du einem immersiven Format, in dem technische Informationen mit direkter kultureller Erfahrung zusammenleben.
Wer steckt dahinter: ICEERS und das Instituto Yorenka Tasorentsi
Das Forum wird gemeinsam von ICEERS, dem Instituto Yorenka Tasorentsi und dem Instituto Nixiwaka organisiert. ICEERS arbeitet seit über 15 Jahren an der Schnittstelle zwischen indigenen und globalen Kontexten, Regierungen und Zivilgesellschaft, mit Fokus auf Schadensminderung, Forschungsförderung und der politischen sowie rechtlichen Dimension traditioneller Medizin.

Das Instituto Yorenka Tasorentsi wurde vom Ashaninka-Anführer Benki Piyãko gegründet und arbeitet integriert an ökologischen, kulturellen und sozialen Themen. Zudem organisiert es seit 2017 die Indigene Ayahuasca-Konferenz im brasilianischen Bundesstaat Acre. Konkret heißt das: Hier gibt es keine Vermittler, die die Geschichte anderer erzählen, sondern Protagonisten, die ihre eigene erzählen.
Und es gibt eine Nuance, die den Unterschied zu früheren Ausgaben ausmacht. Wie die Organisatoren selbst erklären, werden Entscheidungen über Programm, Gäste und Ergebnisse im Konsens mit den indigenen Anführern getroffen, was bedeutet, von der Konsultation zur gemeinsamen Entscheidungsfindung überzugehen. Ein Modellwechsel, der sich im gesamten Ansatz der Veranstaltung bemerkbar macht.
Von den Weltkonferenzen über Ayahuasca zum Forum 2026
Das kommt nicht von ungefähr. ICEERS hat drei Weltkonferenzen über Ayahuasca (2014, 2016 und 2019) organisiert, die die Grundlagen für den globalen Dialog über diese Pflanze und ihren kulturellen Kontext gelegt haben. Danach legte die Organisation bewusst eine Pause ein, um Strategien zu überdenken und der indigenen Führung Raum zu geben.

Währenddessen wuchsen die Indigenen Ayahuasca-Konferenzen heran, bis sie dem Rat der Indigenen Spirituellen Führer (CLEI) Gestalt gaben, der in seiner fünften Ausgabe formell durch Konsens etabliert wurde. Daraus entstanden sehr konkrete Forderungen: rechtlicher Schutz der traditionellen Medizinen, ethische Verwendung innerhalb ihrer angestammten Rahmen, Anerkennung des indigenen geistigen Eigentums und Garantien für die spirituellen Führer.
Und warum Europa? Weil die Abhaltung des Forums hier für die indigenen Völker Amerikas die Möglichkeit symbolisiert, die alten kolonialen Routen und Wissensflüsse zurückzugewinnen und neu zu deuten. Außerdem erleichtert es den Zugang zu Institutionen, Regierungen und der europäischen Öffentlichkeit. Für dich, der du dies von dieser Seite des Atlantiks liest, bedeutet es etwas sehr Greifbares: eine historische Gelegenheit, nur einen Flug oder eine Zugfahrt entfernt.
Herausragende Stimmen: ein beeindruckendes Programm
Das Forum bringt mehr als hundert indigene Führer zusammen mit Forschern und Denkern von internationaler Referenz. Unter den bestätigten Stimmen finden wir Benki Piyãko (Ashaninka-Führung), Ninawa Pai da Mata (spirituelle Führung der Huni Kuin), Nixiwaka Biraci Brasil Yawanawa, Puwe Puyanawa und Daiara Tukano, Bildende Künstlerin und Masterin in Menschenrechten.

Auf wissenschaftlicher und informativer Seite ist das Programm gleichermaßen verlockend: Dennis McKenna, Ethnopharmakologe und Forscher visionärer Pflanzen; Paul Stamets, weltweit führender Mykologe; Mónica Gagliano, Pionierin der pflanzlichen Bioakustik; Pamela Kryskow, medizinische Direktorin in psychedelischer Medizin; der Kulturphilosoph Charles Eisenstein; und der noetische Historiker George Hart.
Wenn du auf Ethnobotanik stehst, ist diese Kombination pures Gold. An einem Ort eine spirituelle Führungspersönlichkeit aus dem Amazonas und einen Forscher hören zu können, der untersucht, wie Pflanzen kommunizieren, ist schlichtweg eine dieser Sachen, die nicht jedes Jahr passieren.
Fünf Säle, fünf Arten, das Forum zu erleben
Das Programm gliedert sich in fünf gleichzeitige Räume, jeder mit seiner eigenen Persönlichkeit. Saal 1 beherbergt die Plenarsitzung „Wurzeln lebendiger Zukünfte", während Saal 2 den Globalen Dialogen gewidmet ist, dem Ort, an dem sich Perspektiven verschiedener Kontinente kreuzen.
Die Säle 3 und 4 sind für thematische Sitzungen und Präsentationen von Arbeiten reserviert, ideal, wenn du spezifischeren oder forschungsorientierten Inhalt suchst. Und Saal 5, die Warivi Maloca, konzentriert sich auf Kunst, Musik und Kosmopolitik: der Raum, in dem Wissen singend, malend und tanzend weitergegeben wird.
Außerdem gibt es einen Markt mit Kunsthandwerk und lebendiger Kultur, Filmvorführungen und Dialogkreise über Kunst, Geist, Ethik und Interkulturalität. Der Vorteil dieses Formats besteht darin, dass du deine eigene Route gestalten kannst: mehr akademisch, mehr künstlerisch oder eine ausgewogene Mischung aus beidem.
Eintrittskarten, Termine und wie du dich organisierst
Die allgemeine Eintrittskarte gewährt vollständigen Zugang zu den drei zentralen Tagen (11., 12. und 13. September 2026) an den Veranstaltungsorten Palau und Fira de Girona, einschließlich Plenarsitzungen, runder Tische, Dialoge, Präsentationen und Aufführungen in den öffentlichen Sälen sowie der Gemeinschaftsbereiche, Networking-Zonen und Ausstellungsflächen. Du findest auch über das Gelände verteilte Versorgungspunkte mit Tee und Wasser.
Achte auf ein paar wichtige Details, damit du keine Überraschungen erlebst: Die vorherigen Aktivitäten am 9. und 10. (Workshops, Kurse und spezielle Schulungen) erfordern eine separate Eintrittskarte, und Mahlzeiten sind ebenfalls nicht inbegriffen, obwohl es im Gelände Kaufoptionen geben wird. Der Kauf im Voraus lohnt sich, da die Organisation Rabatte auf den allgemeinen Preis bis zur Preiserhöhung gewährt.
Girona gibt alles: eine historische Stadt mit Flüssen, gepflasterten Gassen und mediterraner Wärme, sehr gut angebunden und perfekt, um den Aufenthalt ein paar Tage zu verlängern. Alle Informationen zu Programm, Unterkunft und Eintrittskarten finden sich auf der offiziellen Website des Forums, die zudem auf Spanisch, Katalanisch, Englisch und Portugiesisch aktualisiert wird.
Ayahuasca und Legalität: was man unbedingt klar haben sollte
Hier muss man einen Moment ernst werden, denn verantwortungsvolle Information ist Teil unserer DNA. Ayahuasca enthält DMT, eine international kontrollierte Substanz, und ihre rechtliche Situation variiert enorm je nach Land: was in einigen Gebieten durch traditionellen oder religiösen Gebrauch geschützt ist, kann in anderen direkt illegal sein.

Es liegt in der Verantwortung jeder Person, sich über die geltenden Vorschriften an ihrem Wohnort zu informieren, bevor sie irgendeine Entscheidung trifft. Dieser Artikel hat eine ausschließlich aufklärende und informative Absicht: wir fördern oder erleichtern weder den Konsum, die Zubereitung noch die Beschaffung kontrollierter Substanzen.
Genau deshalb ist das Forum so interessant. Es ist ein Raum für Debatte, Forschung und kulturellen Dialog – kein Konsumkontext –, in dem heikle Fragen wie Sicherheit, Ethik, indigene Rechte und die rechtlichen Grauzonen, die diese Praktiken auf internationaler Ebene umgeben, direkt angegangen werden.
Und was hat das mit dir zu tun, Züchter oder Züchterin?
Mehr als es scheint. Wir, die anbauen, verstehen, dass eine Pflanze niemals nur eine Pflanze ist: sie ist Boden, Klima, Pflege, Kultur und Gemeinschaft. Die Debatte darüber, wie traditionelles Wissen globalisiert wird, wer es schützt und wer davon profitiert, hallt sehr stark mit dem wider, was wir in der Cannabiswelt seit Jahrzehnten erlebt haben.
Tatsächlich plant das Forum selbst, den Dialog auf andere Biokulturen auszuweiten – Iboga, Peyote, Pilze – weil sie sehr ähnliche Herausforderungen bewältigen müssen: Prohibitionismus, Aneignung, mangelnde Anerkennung und die Notwendigkeit ethischer Rahmenbedingungen. Wenn du dich für Ethnobotanik, Drogenpolitik interessierst oder einfach nur die Beziehung zwischen Menschen und Pflanzen besser verstehen möchtest, hast du hier Stoff für eine ganze Weile.
Versteckt in der Prunkwinde: Ein mysteriöser Pilz und seine Verbindung zu LSD
Fast ein Jahrhundert lang vermuteten Wissenschaftler, dass ein in den Samen der Prunkwinde verborgener Pilz für ihre psychedelischen Eigenschaften verantwortlich sei. Die Entdeckung von Periglandula clandestina bestätigt diese Hypothese und verbindet diese kleine Blume mit der Geschichte von LSD, mesoamerikanischen Ritualen und den neuesten Fortschritten in der psychedelischen Forschung. Eine faszinierende Geschichte, in der Wissenschaft, Kultur und Natur miteinander verwoben sind.
Und seien wir ehrlich: Nur selten treffen in derselben Stadt und in derselben Woche spirituelle Führer aus dem Amazonas, legendäre Mykologen und Expertinnen für pflanzliche Kommunikation zusammen. Willst du dir das entgehen lassen?
Ein historischer Moment vor der Haustür
Das World Ayahuasca Forum 2026 ist nicht einfach nur eine weitere Veranstaltung im Kalender. Es ist das erste Mal, dass ein weltweites Treffen über Ayahuasca von Anfang an in formeller Partnerschaft mit Vertretern des Rates der Indigenen Spirituellen Führer organisiert wird, und das macht es zu einem Meilenstein, der sich schwer wiederholen lässt.
Wenn du in der Nähe bist, empfehlen wir dir, die offizielle Website und die Neuigkeiten zum Programm zu verfolgen, das in den kommenden Monaten nach und nach vervollständigt wird. Und falls du nicht teilnehmen kannst, bleib trotzdem aufmerksam: Was im September 2026 aus Girona hervorgeht, wird in der Welt der Pflanzen und ihrer Kulturen noch lange für Gesprächsstoff sorgen.
Wir sehen uns zwischen Pflanzen, Wissen und guten Gesprächen.

