Hemp for Victory und die spanische Armada: Als Regierungen den Anbau von Hanf forderten
Auch wenn Cannabis im Laufe des 20. Jahrhunderts zu einem umstrittenen Thema wurde, spielte Hanf über mehrere Jahrhunderte hinweg eine wichtige Rolle in Wirtschaft und Industrie. Deshalb hatte die Pflanze Cannabis sativa damals einen ganz anderen Status: Ihr Anbau wurde gefördert und belohnt. Werfen wir einen Blick auf mehrere Jahrhunderte Hanfgeschichte. Warum war Hanf für ein Schiff Gold wert? Vor Stahl und Kunstfasern bestand ein Kriegsschiff im Grunde aus Holz, Segeln und kilometerlangen Tauen. Und diese Segel und Taue (die berühmte Takelage) wurden vor allem aus Hanffasern hergestellt. Ja, aus genau der Art, die du heute liebevoll in deiner Growbox pflegst. Die Zahlen sind schwindelerregend. Laut einer in der Revista de Historia Naval veröffentlichten Studie entfielen etwas mehr als 20 % der Kosten eines spanischen Linienschiffs des 18. Jahrhunderts auf Materialien aus Hanf, und ein Dreidecker benötigte rund 150 Tonnen Fasern. Faserhanf revolutionierte die Seefahrtsindustrie. Stell dir nur vor, wie viele Pflanzen hinter jedem einzelnen Schiff steckten! Warum ausgerechnet Hanf? Weil seine Fasern Zugkraft, Abnutzung, Feuchtigkeit und Sonne besser standhalten als Flachs oder Espartogras. Für einen Seemann bedeutete das etwas ganz Einfaches: Die Takelage riss nicht mitten im Sturm. Nicht umsonst war Hanf für Seeleute ebenso unverzichtbar wie für Henker – ein makabrer Vergleich, der, wie wir sehen werden, sogar in Hemp for Victory selbst auftaucht.