Überwässerung bei Marihuana

Überwässerung beim Cannabisanbau

Wasser ist lebensnotwendig – ohne Wasser gedeiht nichts –, doch wie immer können Übertreibungen schädlich sein. Wir erklären, wie sich zu viel Wasser bei Cannabispflanzen während ihres gesamten Lebenszyklus und in den verschiedenen Entwicklungsphasen auswirkt.

Indoor angebaute Cannabispflanze
Indoor angebaute Cannabispflanze

Die Cannabispflanze benötigt Sonne, Nährstoffe, Wasser und ein Substrat, um zu überleben. Man kann ihre Lebensphasen in Keimung, Keimling, ausgewachsene Pflanze und blühende Pflanze einteilen.

Überwässerung und die Keimung der Samen

Keimung zwischen Papiertüchern:
Cannabissamen benötigen Feuchtigkeit, Wärme und Sauerstoff, um keimen zu können. Wenn dieses Dreieck der Bedürfnisse aus dem Gleichgewicht gerät, kann die Keimung gefährdet sein und die Samen keimen eventuell nicht.
Die beliebteste Methode zum Keimen von Samen ist zweifellos die Papiertuchmethode zwischen zwei Tellern, da so die Feuchtigkeit nicht zu schnell entweicht und die Samen in einer stabilen Umgebung keimen können.

Gut gekeimter Samen mit guter Farbe
Gut gekeimter Samen mit guter Farbe

Wird beim Keimen zu viel Wasser verwendet, können die Samen schnell faulen. Bei warmem Wetter erfolgt eine Pilzinfektion der Samen sogar noch schneller.
Stehendes Wasser begünstigt Pilzbefall, daher sollte immer sichergestellt werden, dass überschüssiges Wasser gut abläuft, bevor die Samen zwischen die Papiertücher gelegt werden. Außerdem empfiehlt es sich, die Papiertücher alle 2 Tage zu wechseln, wenn die Samen länger zum Keimen brauchen, da sich leicht Pilze bilden können, die sowohl die Samen als auch das Keimmedium infizieren.
Wenn die Samen nicht gleichzeitig keimen, sollte man bereits gekeimte Samen entfernen, um zu verhindern, dass sie faulen. Faulende Samen erkennt man an der dunklen, schwarzen, braunen oder gelben Färbung der Wurzelspitze.

thc Forum faule Samen durch Überwässerung
thc Forum faule Samen durch Überwässerung

Man kann auch geringe Mengen Wasserstoffperoxid verwenden, um Pilzbefall vorzubeugen, doch in der Regel ist es besser, darauf zu verzichten und stattdessen nützliche Pilze wie Trichoderma einzusetzen, die schädliche Pilze wie Fusarium blockieren und gleichzeitig das Wurzelwachstum fördern.

Keimung in Jiffy-Töpfchen
Es gibt weitere Keimmethoden wie die direkte Keimung in Jiffys. Dabei müssen jedoch einige Aspekte beachtet werden, um Keimfehler zu vermeiden – das Einsetzen des Samens in ein Jiffy allein reicht nicht aus.
Zunächst sollte man die Jiffys mit sauberem Leitungswasser vollsaugen lassen, um Verunreinigungen wie Pilze oder Viren zu vermeiden, wie sie beispielsweise in Wasser aus Brunnen oder Bächen vorkommen können.
Sobald der Jiffy vollständig aufgequollen ist, drückt man ihn leicht aus, um überschüssiges Wasser zu entfernen.

Keimung Samen Jiffy
Keimung Samen Jiffy

Wenn der Jiffy durch das Auspressen zu kompakt wird, sollte man ihn etwas auflockern, sodass er feucht bleibt, aber nicht nass oder verdichtet. So kann die Wurzel problemlos durchwachsen und der Keimling an die Oberfläche gelangen.
Denkt daran: Der Samen darf nicht tief eingesetzt werden. Einfach oben auflegen und leicht mit Jiffy-Erde bedecken, ohne zu verdichten. Nach etwa 4 bis 6 Tagen erscheinen die Keimlinge und können umgetopft werden.

Kleine Pflanzen und Überwässerung

Nach der Keimphase folgt das erste Wachstum, also die Phase des Keimlings.
In dieser Phase ist besondere Vorsicht geboten, da Cannabiskeimlinge sehr zart und empfindlich sind. Jeder schwere Anbaufehler kann zum frühen Absterben führen.
Wenn die Pflanze nur einen dünnen Stängel und zwei Keimblätter hat, muss die Bewässerung sehr genau kontrolliert werden: genügend Feuchtigkeit, aber kein Überschuss. Am einfachsten gelingt dies mit sehr kleinen Töpfen von 0,25–0,5 L, da überschüssiges Wasser darin schneller verdunstet als in 2–3 L Töpfen.

Kleine Pflanze mit Überwässerung und Mangelerscheinungen
Kleine Pflanze in zu großem Topf mit Überwässerung und Mangelerscheinungen

Wenn in einem großen Topf zu viel Wasser vorhanden ist, muss die Pflanze kaum Wurzeln bilden, da sie ständig Zugang zu Feuchtigkeit hat.
Da der Bedarf an Wurzelwachstum fehlt, passt sich die Pflanze daran an und bildet nur wenige Wurzeln aus, was das Wachstum des oberen Pflanzenteils negativ beeinflusst: Es stockt oder geht nur langsam voran.
Hält diese Feuchtigkeit über längere Zeit an und herrscht zudem hohe Umgebungsfeuchtigkeit, entsteht ein weiteres Problem: mangelnde Sauerstoffversorgung des Substrats.

gesunde Wurzel vs. verrottete Wurzel
Gesunde Wurzel vs. verrottete Wurzel

Ohne Sauerstoff beginnen die Wurzeln zu faulen und verfärben sich von strahlendem Weiß zu dunklem Braun, bis sie vollständig verrotten. Wenn die Wurzeln faulen, wird die Pflanze zunehmend hellgrün, ähnlich wie bei einem Stickstoffmangel, obwohl der eigentliche Grund ist, dass die Pflanze keine Nährstoffe aufnehmen kann.
Wird nichts gegen die Überwässerung unternommen, kann der Keimling von Pilzen wie Pythium oder Fusarium befallen werden – beide sind für Pflanzen tödlich. Sind sie erst im Substrat etabliert, sind sie sehr schwer zu bekämpfen.
Jede einzelne Pflanze, selbst bei gleicher Genetik, kann eine unterschiedliche Widerstandsfähigkeit gegen Wurzelfäule aufweisen. Gleiches gilt für verschiedene Cannabissorten. Daher ist es empfehlenswert, resistente Cannabissorten zu verwenden, insbesondere für unerfahrene Anbauer.

Wurzeln ohne und mit Trichodermas
Wurzeln ohne und mit Trichodermas

Die Verwendung von Trichodermas oder Endomykorrhizen hilft, die Wurzeln gesund zu halten. Sie wirken wie ein Schutzschild, indem sie die Wurzeln kolonisieren und schädliche Pilze fernhalten.

Überwässerung bei erwachsenen Cannabispflanzen im Wachstum

Nun kommen wir zur Wachstumsphase der ausgewachsenen Pflanze. In diesem Stadium hat die Pflanze ein starkes Wurzelsystem entwickelt und ist widerstandsfähiger gegen Überwässerung. Dennoch können die Wurzeln faulen, wenn langfristig zu viel Wasser im Substrat bleibt und dadurch Sauerstoff fehlt.
Die Folgen ähneln denen bei kleinen Pflanzen. Zwar hat man etwas mehr Zeit zu reagieren, doch ist ein Pilzbefall nur schwer zu stoppen, sobald er sich in den Wurzeln eingenistet hat. Ohne Gegenmaßnahmen stirbt die Pflanze schließlich ab und trocknet von oben nach unten.

Erwachsene Cannabispflanze mit Überwässerung
Erwachsene Cannabispflanze mit Überwässerung

Bei ersten Anzeichen von Wurzelfäule sollte man den Topf abtrocknen lassen und beim nächsten Gießen etwas Wasserstoffperoxid (3–5 %) hinzufügen, um eventuell vorhandene Pilze durch Oxidation zu beseitigen.
Um diese Probleme zu vermeiden, sollte man keine großen Wassermengen geben, die verhindern, dass das Substrat innerhalb von 2–3 Tagen abtrocknet. Idealerweise benötigt die Pflanze mindestens zweimal pro Woche Wasser, besser dreimal. Häufigeres Gießen bedeutet zwar mehr Arbeit, erleichtert aber auch die bessere Kontrolle der Bewässerung.

Überwässerung in der Blütephase

Während der Blütephase haben die Pflanzen einen erhöhten Bedarf an Wasser und Nährstoffen, weshalb Wurzelfäule in dieser Phase bei Erde- und Topfkulturen am seltensten auftritt.
Im Außenanbau und sofern es keine lange Regenperiode gibt, ist Überwässerung selten, da der Wasserbedarf und die Aufnahmefähigkeit der Pflanzen hoch sind.
Kommt es zu einem Nährstoffüberschuss, können die Wurzeln durch zu viele Salze geschädigt werden. Wird das Problem jedoch schnell gelöst und ein Wurzel-Flush durchgeführt, besteht keine Gefahr.

Überwässerte Pflanze in Muttererde
Überwässerte Pflanze in Muttererde

In der Blütephase fallen einige Blätter ab. Man sollte darauf achten und verhindern, dass sie im Topf liegenbleiben, denn wenn sie sich mit feuchter Erde mischen, können sie verrotten und Pilze entwickeln. Diese können wiederum die Wurzeln befallen und den Stoffwechsel der Pflanze stören. Daher wird empfohlen, das Substrat frei von verrottbarem organischem Material zu halten.
Bei Überwässerung und resultierender Wurzelfäule zeigen sich erste Symptome in Entfärbung und Welken der Blätter, die schlaff herunterhängen. Ohne Gegenmaßnahmen kann die Pflanze vollständig vertrocknen.

Produkte, die helfen zu erkennen, wann Cannabispflanzen gegossen werden müssen

Es gibt verschiedene Produkte, die beim Kontrollieren der Bewässerung oder beim Erkennen des richtigen Gießzeitpunkts helfen. Dazu gehören Feuchtigkeitsmesser für Substrate wie der Tenax Feuchtigkeitsmesser für Töpfe.
Dieses Produkt wird einfach in das Substrat gesteckt, fast bis zum Boden des Topfes, um den tatsächlichen Feuchtigkeitsgrad zu bestimmen. Innerhalb weniger Minuten zeigt es zuverlässig an, ob gegossen werden muss oder nicht.

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